5 Tipps wie ein Skitag ohne Auto zum Hit wird

Obwohl es erfreulicherweise immer mehr Menschen gibt, die mit öffentlichen Verkehrsmittel in ihr Skivergnügen starten, fällt es vielen schwer sich dennoch darauf einzulassen. Dabei sprechen so viele Vorteile dafür und es ist auch gar nicht so schwer wie man meint. Hier lest ihr warum es sich lohnt ohne Auto zu starten und bekommt zudem noch einige Tipps wie es klappen kann.

Ein Skitag ohne Auto? Ein Skitag mit den öffentlichen Verkehrsmittel?

  • Da muss ich ja alles zum Bus/zur Bahn schleppen…..
  • Wie komme ich überhaupt zu einer passenden Haltestelle…..
  • Am Sonntag fährt ja kein Bus/ kein Zug…..
  • Wohin mit den Ski/ mit dem Board…..
  • Fahrpläne in Erfahrung zu bringen ist so mühsam…..

Wenn man will kann man natürlich für oder gegen alles eine Ausrede finden. Zugegeben, es bedarf schon etwas mehr Vorbereitung und Überlegungen um mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Schneevergnügen zu kommen. Nichtsdestotrotz genießt man dennoch einige Vorteile, die dafür sprechen, für einen oder mehrere Tage auf den eigenen fahrbaren Untersatz zu verzichten und auf Bus oder Bahn umzusteigen.

Was spricht also für eine öffentliche Anreise, gegenüber der mit dem eigenen Auto?

  • Kosten: Keine Spritkosten und kein Wertverlust vom eigenen Fahrzeug, auch eventuelle Parkgebühren fallen weg. Oft ist im Vorfeld bereits der Erwerb von Kombitickets (Transport zum/ vom Skigebiet und Liftkarte) möglich und meist auch günstiger.
  • Zeit: Man steht nicht genervt im Stau oder sucht eine gefühlte Ewigkeit nach einem möglichst nahe zur Talstation gelegenen Parkplatz um dann doch irgendwo weit hinten zu stehen. Auch kann die Zeit auf der Anreise anderweitig  genutzt werden (schlafen, quatschen, lesen, tagträumen…..).
  • Sicherheit: Beim Aufbruch in der Früh ist man noch müde und während eventuelle Mitfahrer*innen einfach wieder ins Land der Träume abtauchen, kämpft man selber noch mit dem Schlaf. Am Abend auf der Heimfahrt wiederholt sich das dann alles wieder und man hätte als Fahrer*in auch gerne noch ein 2.Bier getrunken. Bequemer ist es allemal nicht am selbst am Steuer zu sitzen.
  • Neues entdecken: Ob es der Blick aus dem Bus/ Zugfenster, ein Frühstück im Speisewagen oder auch das Kennenlernen von Mitreisenden ist- wenn man mit offenen Augen unterwegs ist findet sich immer etwas Neues und Lohnenswertes. Und es bleibt Zeit für Spaß, Spiele oder ein gutes Gespräch.
  • Umwelt: 75% des CO2 an so einem Skitag werden bei der Ab- und Anreise generiert. Skifahren hat an sich eine gute Ökobilanz: Ein gesamter Skitag verursacht gleich viel CO2- Emission wie nur 20 km mit einem Diesel- PKW zu fahren (1). Mehr braucht man dazu wohl nicht mehr sagen…..
  • Flexibilität: Teilweise haben Skigebiete mehrere Talabfahrten und Haltestellen. Somit muss der Ausgangspunkt des Tages nicht auch der Endpunkt sein. Dies ist besonders für Skitouren interessant.

Natürlich hängt die unmittelbare Erreichbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs in erster Linie vom Wohnort ab. Nicht vergessen sollte man jedoch, dass viele Reiseunternehmen Fahrten ins Ski/ Board- vergnügen anbieten und man nicht nur auf Verkehrsmittel mit fixem Fahrplan angewiesen ist.

Trotz all der genannten Vorteile, sollte man in der Planung eines Skitags ohne Auto einige Dinge beachten, damit dieser auch wirklich zu einem Hit und nicht zu einem Flop wird. Hier haben wir ein paar Tipps für euch zusammengestellt:

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  1. Fahrpläne und Haltestellen in Erfahrung bringen:

Klingt eigentlich banal, ist aber wahrscheinlich das Wichtigste,  und für manche bereits die größte Hürde, in der Vorbereitung für einen unbeschwerten Tag. Checkt also bereits im Vorfeld eurer geplanten Reise die Fahrpläne. Alle Bahn- und Busunternehmen haben diese frei einsehbar auf ihren Websites. Ebenso haben so gut wie alle Unternehmen eigene Apps, die das Ganze noch weiter erleichtern. Checkt auch die jeweiligen Skigebiete und deren eigene Ski- Shuttlebus- Verbindungen, die sind meist gratis und gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Achtung auch bei einem Wechsel der Fahrpläne zwischen Haupt- und Nebensaison! Ein weiterer Tipp: Ihr solltet im Vorfeld in Erfahrung bringen, ob und wo das ausgewählte Transportmittel überhaupt genügend Platz für Wintersportgeräte wie Ski oder Snowboard hat- man ist ja nie vor unangenehmen Überraschungen gefeit. In den meisten Zügen gibt es spezielle Abstellvorrichtungen für Wintersportgeräte.

2. Mit möglichst wenig Gepäck fahren

Ski, Snowboard, Stöcke dazu noch ein Rucksack mit Proviant für einen Tag. Mehr braucht es für einen Tag am Berg dann gar nicht sein. Es gibt natürlich viele, die nicht auf ihr eigenes Sportgerät verzichten wollen, hier eignen sich vor allem Skitaschen, in denen alles praktisch und sicher transportiert werden kann. Zusammengerollt lassen sich diese Taschen einfach im Rucksack verstauen. Trotzdem sollte man an die, in den meisten Skigebieten vorhandene, Ausleihmöglichkeit der Ausrüstung denken. Abgesehen vom Transport des Gepäcks zum/ vom Zustiegsort hätte man das alles wahrscheinlich noch den ganzen Tag bei sich und wäre in der eigenen Beweglichkeit dann doch ziemlich eingeschränkt und irgendwann dann auch noch davon genervt. Ihr könnt auch nichts verlieren oder irgendwo vergessen was ihr  gar nicht mithabt.

3. Skikarte bereits vor Fahrtantritt besorgen (Kombiticket!)

Viele Skigebiete bieten gemeinsam mit öffentlichen Transportunternehmen (ÖBB, Postbus) bereits im Vorfeld den Erwerb von Kombitickets an. Teilweise wird es dadurch auch günstiger und man erspart sich dann noch Weg und Wartezeit an der Tageskassa. Informationen diesbezüglich findet man einfach auf den Websites der jeweiligen Skigebiete beziehungsweise Transportunternehmen.

4. Sich rechtzeitig zum Abfahrtsort begeben

Denkt daran rechtzeitig an der Haltestelle zu stehen und plant ein paar Minuten mehr dafür ein, denn ihr müsst ja euer ganzes Equipment transportieren. Vielleicht müsst ihr noch ein paar Pistenkilometer zurücklegen oder ihr brauch sogar noch eine Gondel, bei der ihr euch auch vielleicht noch anstellen müsst, um wieder ins Tal zu gelangen. Auch einen Gang zur Toilette solltet ihr einplanen. Behaltet das im Hinterkopf und ihr habt dann auch noch einen Puffer um Bus oder Zug nach Hause wieder entspannt zu erreichen und nach Hause zu fahren.

5. Einfach ausprobieren und genießen

Ganz egal ob allein oder in einer Gruppe unterwegs, ganz egal ob alles planmäßig läuft oder man vielleicht doch auch einmal improvisieren muss— durch nichts die Laune verderben lassen! Einfach genießen und möglichst viel davon im eigenen Kopf abspeichern und bei Bedarf sich als schöne Erinnerung wieder vorspielen. Es zahlt sich aus! Man muss alles einmal ausprobieren und kann auch durch kleine Anpassungen einen großen Impact auf den Umweltschutz haben. Und denkt daran. Nachfrage bestimmt das Angebot.

Quellen: Die Ökobilanz eines Skitags: Peter Schmidl, 2019 auf skisport.com

Headerbild: (c) Innsbruck Powder People

Author: Christoph Mörtl