PRESSEAUSSENDUNG
POW befragt Kandidat:innen vor richtungsweisender FIS-Wahl
Exklusive Antworten an Protect Our Winters zeigen, welchen Kurs die Kandidat:innen für die Zukunft des internationalen Ski- und Snowboardsports einschlagen wollen.
Innsbruck/Wien – Protect Our Winters (POW) hat allen drei Kandidat:innen für das Amt des/ der FIS-Präsident:in acht Fragen zu ihren Klima- und Nachhaltigkeitsverpflichtungen im Falle ihrer Wahl gestellt. Die Antworten können HIER nachgelesen werden.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatten lediglich Johan Eliasch (GEO) und Alexander Ospelt (LI) auf den Fragebogen von POW geantwortet. Victoria Gosling (UK) reagierte nicht auf die Anfragen von POW. Ihre Positionen konnten daher ausschließlich anhand ihres veröffentlichten Wahlprogramms bewertet werden.
Johan Eliasch nennt in seinem Programm konkrete Ziele zur Emissionsreduktion und erfüllt bereits mehrere der von POW geforderten Kriterien. Beim Thema Sponsoring durch Unternehmen aus der fossilen Industrie bleibt seine Position jedoch zurückhaltender: Zwar spricht sich sein Wahlprogramm gegen Partnerschaften mit „Branchen mit hohen Umweltauswirkungen“ aus, eine ausdrückliche Ablehnung von fossilen Industrien wollte er jedoch nicht festschreiben. Stattdessen plädiert er dafür, potenzielle Partner individuell zu bewerten. Gegenüber POW erklärte Eliasch: „Die entscheidende Frage sollte nicht allein sein, welcher Branche ein Unternehmen angehört, sondern ob dessen Verhalten, Strategie und Werte mit den Werten der FIS vereinbar sind.“
Auch Alexander Ospelt spricht sich nicht für ein generelles Verbot von Sponsorings durch Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Industrien aus. In seinen Antworten erklärt er: „Die zentrale Frage ist, ob eine Partnerschaft mit den Werten, der Glaubwürdigkeit und den langfristigen Interessen der FIS vereinbar ist.
“ Hinsichtlich Klimazielen und deren Umsetzung kündigte Ospelt an, die bestehenden Wirkungs- und Nachhaltigkeitsziele der FIS weiterzuführen und die vorhandenen Strukturen gegebenenfalls auszubauen. Er wollte sich jedoch weder zur Veröffentlichung jährlicher Zwischenziele für Emissionsreduktionen noch zur verpflichtenden Nutzung des FIS-CO₂-Rechners verpflichten.
Victoria Gosling ist die einzige Kandidatin, die Klimaschutz ausdrücklich als eine ihrer fünf Prioritäten in ihrem Wahlprogramm nennt. Obwohl sie die Fragen von POW nicht beantwortete, spricht sie sich für eine klimabewusste Reform des Wettkampfkalenders aus. Diese soll unter anderem eine Klimabewertung jeder Veranstaltung, messbare Zielvorgaben sowie eine Überprüfung der Governance-Strukturen umfassen. Konkrete bestehende Klimaverpflichtungen wie die Initiativen „UN Sports for Climate Action“ oder „UNFCCC Race to Zero“, werden in ihrem Programm jedoch nicht erwähnt.

POW spricht keine Wahlempfehlung für eine:n bestimmte:n Kandidat:in aus und beabsichtigt vielmehr, mit der künftig gewählten FIS-Präsidentin oder dem gewählten FIS-Präsidenten zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass der Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Priorität bleibt. Gleichzeitig wird POW die Kandidat:innen an den Zusagen messen, die sie im Verlauf der Wahl gemacht haben.
Die FIS ist von der Klimakrise so stark betroffen wie kein anderer Sportverband. Umso wichtiger ist es, dass sie sich abseits der eigenen Emissionen, für den ambitionierten Schutz unserer natürlichen Ressourcen stark macht und sich auch für entsprechende politische Rahmenbedingungen einsetzt.
Wir alle müssen gemeinsam am selben Strick ziehen um auch in Zukunft unsere wunderschöne Bergwelt geniessen zu dürfen. Als Dachverband hat die FIS die Verantwortung, mit gutem Vorbild voranzugehen und eine ambitionierte Klimastrategie aufzugleisen.
Hintergrund: Seit 2022 setzt sich Protect Our Winters (POW) gemeinsam mit internationalen Spitzensportler:innen für mehr Klimaschutz innerhalb der FIS ein. Aus den Kampagnen und dem laufenden Dialog mit dem Weltverband gingen in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte hervor, darunter das erste FIS Impact Programme, eine verbesserte Emissionsberichterstattung sowie Klimaziele zur Halbierung der Emissionen bis 2030 und zur Erreichung von Netto-Null bis 2040 im Einklang mit der UNFCCC-Initiative „Race to Zero“.

