Unterwegs mit POW- wie wir und unsere Alliances in 2026 starten

Der Start ins neue Jahr stand dieses Mal ganz im Zeichen unserer Partnerschaften. Unter anderem waren bei zwei großen Vernetzungstreffen der Ski- und Snowboardszene dabei. Was sich bei den Wintersportartikel-Herstellern aktuell so tut, an welchem Tourismus-Projekt POW zurzeit mitarbeitet und worauf wir uns gerade besonders freuen, erfährst du in diesem Artikel.

Unser Jubiläumsjahr 2025 hat durch nicht vermeidbare finanzielle Umstrukturierungen leider etwas turbulent geendet. Umso wichtiger ist es, dass wir im neuen Jahr nun mehr denn je unsere Stimme und unseren Einfluss nutzen und uns weiterhin motiviert für mehr Klimaschutz innerhalb der Outdoorsportszene einsetzen. Dafür gab es gleich zu Beginn des Jahres zwei großartige Möglichkeiten: POW Austria war beim Ski Industry Climate Summit in Bozen/Südtirol sowie beim Shops 1st Try in Hochfügen/Zillertal dabei und konnte somit gleich bei zwei großen Ski- und Snowboard Business Gatherings die Chance nutzen, um sowohl mit bestehenden Brand Partnern Gespräche zu führen, als auch neue Kontakte zu knüpfen. 

Ski Industry Climate Summit – Bozen/Südtirol 

Der Ski Industry Climate Summit wird seit mittlerweile drei Jahren vom Skihersteller Atomic in Kooperation mit POW organisiert und fand heuer zwischen 13. und 15. Jänner erstmals in Bozen/Südtirol statt. Dieses Jahr wurde auch die Zielgruppe noch einmal deutlich erweitert: Neben Hardgoods-Produzenten wie Ski, Bindungen und Schuhen waren auch internationale Sportorganisationen (u. a. FIS, UMTB, IBU), nationale Verbände wie Swiss-Ski sowie Skigebiete wie KitzSki oder Grand Massif vertreten. Für POW AT waren Moritz Nachtschatt (Geschäftsführer) und Christian Stadler (Partnership Manager) vor Ort. 

Denis Dietrich (PR Manager bei Atomic) eröffnete den diesjährigen Ski Industry Climate Summit in Bozen. © Atomic-Marco Parisi

Inhaltlich lag der Fokus des Ski Industry Climate Summits heuer nicht mehr ausschließlich auf Technik und Produktion. Erstmals rückten auch Advocacy-Möglichkeiten der Branche in den Mittelpunkt – mit starken Praxisbeispielen von Aspen, Above the Clouds und EOCA European Outdoor Conservation Association sowie einem ehrlichen Reality-Check von Oliver Fritz (WIFO), der auch Mitglied der POW AT Science Alliance ist. 

POW konnte außerdem den konstruktiv-konfrontative Dialog mit der FIS fortsetzen. Gemeinsam wurde über die aktuelle und kommende Saison gesprochen – und darüber, was es braucht, damit die FIS tatsächlich zum Vorreiter im Klimaschutz wird. Die bisherigen Initiativen von POW haben bereits positive Veränderungen angestoßen, doch um wirklich Vorbild zu sein, braucht es weitere Schritte – darüber haben wir offen diskutiert. Denn genau das war auch eines der zentralen Ziele des Summits: Austausch ermöglichen, neue Allianzen schaffen und sich gegenseitig inspirieren. Denn klar ist: Die Wintersportindustrie kann nur gemeinsam echte Wirkung erzielen. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, Events wie den Ski Industry Climate Summit zur Vernetzung zu nutzen. 

FIS Nachhaltigkeits-Managerin Susanna Sieff gab einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen im FIS-eigenen Impact Programm.
© Atomic-Marco Parisi

Shops 1st Try – Hochfügen/Zillertal 

Auch das “Shops 1st Try” ist eine Plattform, die wir ab jetzt für unsere Arbeit nutzen möchten. Es ist das weltweit größte Snowboarding Business Gathering und hat heuer von 17. bis 20. Jänner in Hochfügen stattgefunden. Insgesamt waren knapp 1.500 Teilnehmer:innen aus über 30 Ländern vor Ort – ein starkes Zeichen für die Branche und die gemeinsame Leidenschaft Snowboarding. Manu Mandl (Alliance Managerin) und Lena Öller (Presse) waren zwei Tage für POW dabei und haben nicht nur selbst die neuen Boards der Hersteller getestet, sondern auch die Gelegenheit genutzt, um POW in der Snowboardszene bekannter zu machen. 

Die Bildungsprojekte von POW, wie etwa das MemorEis Gletscher-Gedächntisspiel, kommen auch in der Snowboardszene gut an.
© POW AT

Am Sonntag nahm Manu am Panel-Talk zu Frauen im Snowboardsport teil und machte auf die bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam, die zu einem großen Teil auf systematischer Benachteiligung von Frauen, auch seitens der Sponsoren und Marken, basieren. Am Abend wurde dann “From Here” von den POW Creative Alliance Mitgliedern Johanna Brunner und Richard Buchner gezeigt. Der Snowboard-Kurzfilm schafft Awareness für die Klimakrise und motiviert, sich zu vernetzen und gemeinsam aktiv zu werden. Die Produktion wurde vom Snowboardhersteller Nidecker finanziell unterstützt. 

In Gesprächen mit den bestehenden POW-Partnern Nidecker, Burton, Jones, Salomon und BOA machten Manu und Lena auf die Verantwortung der Hersteller im Klimaschutz aufmerksam. Es wurde schnell klar, dass Abfallreduktion und der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe bei Hard Goods ein großes Thema in der Branche sind. BOA Systems stellte am Shops 1st Try etwa eine neue Plattform zum Verschließen von Snowboardboots vor, bei welcher das Design für die Verwendung nachhaltiger Materialien optimiert wurde und nun ohne Produktionsabfälle hergestellt werden kann. Jones Snowboards setzt weiterhin das Recycling-Boards-Programm REUP in den Fokus. Bei den Pro-Boards wurde die bisherige Carbon-Konstruktion durch die klimafreundlichere Basaltfaser getauscht. Sie wird aus Vulkanstein gewonnen, dessen Verarbeitung weitaus weniger Chemikalien und Energie erfordert. 

Beim Shops 1st Try in Hochfügen präsentieren Snowboardhersteller ihre neuen Modelle. Die Besucher:innen können diese testen und bewerten. © POW AT

Ähnlich wie der Ski Industry Summit hat Shops 1st Try gezeigt, dass sich die Branche sehr wohl der aktuellen Krisen bewusst ist und auch aktiv versucht, gegenzulenken. Um unter den Ausstellern und Besucher:innen Awareness für die menschgemachte Klimakrise zu schaffen, ist POW bestimmt auch nächstes Jahr wieder mit dabei. Zum Start der Wintersaison 26/27 wird es mit dem RIDE ON – Shred Fest Hochfügen auch zum ersten Mal eine frei zugängliche Community-Veranstaltung der Eventreihe geben. 

Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden 

Auch im (Ski-)Tourismus tut sich Anfang des Jahres bereits einiges: Die Tourismusdestination Saalfelden-Leogang wird in den nächsten Monaten die Themen Klimawandelanpassung, Klimaschutz und Lebensraum in den Fokus setzen und dazu Konzepte für die Zukunft erstellen, u.a. um die Re-Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Destinationen (2027) vorzubereiten. Seit November 2025 ist POW außerdem Partner dieses Projekts von Saalfelden-Leogang. Der erste “Fokusjahre” Workshop hat am 19.11. im Congress Saalfelden stattgefunden. 

POW ist Partner des Projekts Fokusjahre des TVB Saalfelden-Leogang. In Stakeholder-Workshops werden Klimaschutz- und Anpassungsstrategien für die Region erarbeitet. © Saalfelden-Leogang

Nun geht es gemeinsam mit POW Science Alliance Mitglied Robert Steiger in die Umsetzung des ersten Projekts. Gerade arbeiten wir an einer Erhebung, die Ende Februar 2026 im Rahmen einer Gondelbefragung direkt mit den Gästen der Leoganger Bergbahnen durchgeführt wird. Wir wollen wissen: Wie nehmen Skifahrer:innen Klimaveränderungen und Anpassungskonzepte wahr? Nutzen die Skigäste öffentliche Mobilitätsangebote zur An- und Abreise? Und welche emotionale Verbindung haben sie zum Wintersport, wenn der Schnee immer weniger wird? Die Ergebnisse teilen wir dann zeitnah auf unseren Kanälen. Wenn du bei dem Projekt mitarbeiten möchtest, melde dich unter: volunteering@protectourwinters.at. 

100% rückverfolgbare Lieferkette bei Löffler 

Derzeit begrüßen wir außerdem eine Weiterentwicklung bei POW-Partner Löffler. Der österreichische Sportbekleidungshersteller baut die Transparenz in der eigenen Lieferkette konsequent aus: Ab der Frühjahr-/ Sommer-Kollektion 2026 verfügen über 100% aller Produkte aus Eigenproduktion über eine vollständig offene und rückverfolgbare Lieferkette. Über 98% des Gesamtsortiments entfallen auf diese Eigenproduktion. Konsument:innen können somit die Herkunft von der Garnspule bis zum fertigen Produkt rückverfolgen – inklusive der einzelnen Verarbeitungsschritte, den Produktionsstandorten und deren Zertifizierungen. Mithilfe eines QR-Codes auf den Produktanhängern lässt sich die Lieferkette direkt am Produkt einsehen. „Wir machen das freiwillig, weil es uns wichtig ist.”, sagt Otto Leodolter, Geschäftsführer von Löffler: “Während ein Großteil der Textilproduktion nach Asien abgewandert ist, stärken wir die regionale Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze in Österreich und anderen Teilen Europas – das ist unsere Art, Verantwortung zu übernehmen.” Ergänzend wird das unabhängige Nachhaltigkeitslabel OEKO-TEX® MADE IN GREEN eingesetzt, das strenge ökologische und soziale Standards voraussetzt, welches bereits beim gesamten Funktionsunterwäsche-Sortiment erreicht ist. Unsere Kolleg:innen von Greenpeace stufen MADE IN GREEN als eines der vertrauenswürdigsten und hochwertigsten Textilsiegel ein.

Bei POW Partner Löffler ist die Lieferkette bei Eigenproduktionen mittels QR-Code nun zu 100% rückverfolgbar. © Loeffler

Worüber wir uns besonders freuen 

Mit den olympischen Winterspielen in Milano/Cortina finden aktuell die bedeutendsten Sportevents des Jahres statt. Wir freuen uns besonders über die Olympia Teilnahme unserer POW-Athlet:innen Sabine und Alex Payer. Die beiden Snowboarder:innen werden im Parallel-Riesenslalom starten. Mit Johanna Hiemer und Emma Albrecht feiern gleich zwei POW-Unterstützerinnen in der Disziplin Skibergsteigen eine Premiere bei Olympia. Aktuell stehen wir mit vielen österreichischen Wintersportler:innen in Austausch: Euch allen drücken wir die Daumen – und freuen uns, nach Olympia einige von euch als neue Mitglieder in der Athletes Alliance begrüßen zu dürfen. 

POW Athlet Alex Payer nimmt im Februar an den olympischen Winterspielen teil. © Alex Payer (privat)

Für uns ist klar: Die Zukunft der Olympischen & Paralympischen Winterspiele hängt untrennbar mit der Zukunft des Winters selbst zusammen. Wintersportevetns wie Olympia finden in Regionen statt, die bereits massiv unter der Klimakrise leiden. Die alpinen Räume erwärmen sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt, die Schneesicherheit nimmt ab und sensible Ökosysteme geraten immer stärker unter Druck. Deshalb ist klar: Die Olympischen & Paralympischen Winterspiele im Jahr 2026 dürfen sich nicht allein an sportlichem Erfolg messen. Sie müssen Verantwortung übernehmen – für ihre Klimaauswirkungen und für das, was sie langfristig hinterlassen. Gemeinsam mit fairplay haben wir dazu ein Statement veröffentlicht. 

Danke für eure Unterstützung 

Zu Guter Letzt möchten wir uns gleich Anfang des Jahres bei allen POW-Mitgliedern und Spendern für die Unterstützung bedanken. Dank euch konnten wir im Dezember und Jänner 2025 noch über 3000€ an Spenden entgegennehmen und 34 neue Mitglieder bei uns begrüßen. Wir freuen uns, weiter zu wachsen, um uns gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen. 

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Author: Lena Öller